Plötzlich Sonne, Meer und Strand

Wir entschieden uns also doch The Place of Grace vorzeitig zu verlassen. Irgend ein Psychopath  hat überall in dem Ort Giftköder verteilt und es hatte Ines ihren Hund Maui erwischt. Wir waren alle geschockt und ich bekam Nachts immer wieder Albträume. Die Nächte wurden auch immer kälter und wir frierten mehr als wir dachten. Vicky und Basti waren auch schon seit einiger Zeit dort und eines Abends schmiedeten wir am Feuer die Pläne, um zusammen auf die Kanarischen Inseln zu kommen. Vickys Hund Kater und Panda wurden auch Freunde und wir fanden es cool zusammen zu reisen.


Gerade mal 10 Tage später ging es dann auch schon los. Bis dahin war unser Van schon mit einem halben Bettgestell ausgerüstet. Der Boden und die Decke war gemacht und unsere ganzen Kisten passten gerade so ins Auto.

Beim losfahren Richtung Spanien kauften wir uns noch schnell eine Matratze. Am ersten Tag fuhren wir 5 Stunden durch, bis wir auf einem Autobahnparktplatz stehen blieben, um ein paar Stunden zu schlafen. Am nächsten Tag fuhren wir sogar 10 Stunden und kamen schon in Huelva an.


Eigentlich hätten wir die Fähre vorher schon gerne gebucht, aber wir waren uns nicht sicher, ob es irgendwelche Probleme an Polizeikontrollen geben wird. Vicky telefonierte mit der Rederei, und die Dame am Telefon meinte, dass noch genug Platz auf dem Schiff sei. Also beschlossen wir erst nach der Grenze online zu buchen. Doch die Fähre für den nächsten Tag hatte doch keinen Platz mehr für unser Auto. Also beschlossen wir auf gut Glück zu der Fähre zu fahren und vielleicht könnte bis dorthin ein Platz frei geworden sein. Wir kamen am Abend also in Huelva an und folgten dem Navi zu der Servicestelle. Wir waren uns sicher dass wir nicht richtig seien konnten, weil wir durch eine Schranke durch mussten und dann ewig weit einer sehr holprigen Straße im Industriegebiet des Hafens folgen mussten. Wir kamen am Ende der Straße bei einer bewachten Schranke und einen Polizisten an. Wir fragten ihn, ob wir auf dem richtigen Weg seien. Er öffnete uns die Schranke und schickte uns zu einem Kontainer. Tatsächlich war dort eine Servicestelle und der Mann am Schalter versicherte uns, dass noch Platz sei aber wir am nächsten Morgen für ein Ticket kommen sollten.
Wir fuhren also wieder aus dem Hafenstreifen hinaus und suchten uns einen Parkplatz zum schlafen. Mit der App Park4night fanden wir einen ruhigen Ort.
Am nächsten Morgen fuhren wir wieder zu der Rederei von Fred Olsen. Wir trafen eine Dame an, die uns sagte wir sollten um 9 Uhr Abends kommen. Es würde kein Problem geben. Wir baten sie darum uns zu helfen wenigstens etwas zu reservieren. Sie machte ein paar Telefonate um uns zu sagen, dass für unser Auto kein Platz mehr auf dem Schiff ist. Wir versuchten ihr klar zu machen, dass wir warten wollen bis vielleicht doch jemand abgesprungen ist. Sie meinte nochmals, dass wir am Abend nochmal kommen sollten.

Wir hatten am Abend wirklich Glück und sicherten uns gerade noch ein Ticket bevor es schon auf die Fähre ging. Auf dem Schiff angekommen führte uns ein Crewmitglied aufs Deck um uns die Hundeboxen zu zeigen. Er erklärte uns, dass Panda nur fürs Ablegen, ca eine Stunde, in der Box bleiben muss, bis wir sie heraus holen dürfen und zusammen  auf dem Deck die Zeit verbringen könnten.
Wir nahmen unsere Sitze ein und wunderten uns, dass es Ewigkeiten nicht los ging. Ich schaute nochmal nach Panda. Auf einmal wurde mir gesagt ich solle Panda wieder mit runter nehmen. Ich verstand nicht warum, aber freute mich sie zu befreien. Auf einmal sagte die Servicekraft etwas von „Kabine“. Ich versuchte ihm zu verstehen zu geben, dass wir keine gebucht hatten. Er winkte mich weiter. Ein anderer Gast kam zu mir und übersetzte mir, dass wir eine Kabine bekommen würden.
Ich verstand nichts
An der Rezeption erklärte man uns dann, dass wir upgedatet wurden. Der Wellengang sollte etwas ungemütlich werden und sie wollten nicht, dass die Hunde leiden. So bekam jeder Hundebesitzer eine kostenlose Kabine.
Heute muss ihr Glückstag sein, sagten sie uns.
Wir freuten uns wahnsinnig und schmissen uns direkt auf die Betten. Es war schon knapp halb 1 in der Nacht. Wir schliefen die Nacht gut durch und merkten gar nicht wann das Schiff ablegte.
Am nächsten Tag wurde ich das erste mal in meinem Leben so richtig Seekrank. Bis zum Nachmittag war mir kotzübel und ich musste mich öfters übergeben. Simon ging es super. Das Schiff schaukelte und die Weihnachtsdeko überlebte es nicht lange.

Irgendwann überwindete ich mich eine kalte Dusche zu nehmen und aufs Deck an die Frische Luft zu gehen. Die anderen machten dort Party und ich trank auch ein Bier. Mir ging es direkt besser. Eine Frau schenkte mir  auch noch eine Reisetablette für alle Fälle.
Am Ende waren wir ganze zwei Tage auf dem Schiff und machten coole Bekanntschaften.


Auf Teneriffa angekommen freuten wir uns einfach wieder an Land zu sein. Wir fuhren zu Antonio, den ich aus der Facebookgruppe „Europe Connection Ecovillage“ kannte. Es ging steile Serpentinen nach oben und es war sehr ungewohnt solche Steilen Straßen mit dem Auto hoch zu fahren. Bei seinem Grundstück machte ich einen kleinen Kratzer in unser Auto, weil ich mitten im Hügel nicht mehr anfahren konnte und hinten leicht die Wand gestreift hatte. Aber es ging am Ende doch alles gut und wir waren drei Tage Teil seiner Community. Antonio war Steinmetz und zeigte uns den Umgang mit den Maschinen zum Steine schleifen.

Jetzt stehen wir an einem wunderschönen und rhuigem Strand.
Simon ist dabei unser Van weiter auszubauen und ich sitze mit der Matratze auf dem Autodach und produziere Ketten. Mal sehen was das Inselleben uns noch so bringt.

3 Kommentare auch kommentieren

  1. Barbara sagt:

    Liebe Miri,
    ich verfolgr eure Reise und finde es super, dass ihr in dieser Zeit, wo die Welt verrückt spielt, einfach euren Weg geht und jetzt so schön am Neer sein könnt.
    Ich wünsche euch erlebnisreiche Zeit und wunderbare Weihnachten. Ich erinnere mich an meine Zeit in Israel, wo ich viele Monate unterwegs war.
    Viele Grüsse, auch von Sascha, hier aus Wolkersdorf,
    Barbara

  2. Luise+Hipp sagt:

    Liebe Miriam und lieber Simon,
    ich wünsche Euch zweien heute einen schönen Heiligabend und dann fröhliche Weihnachtsfeiertage!
    Alles Liebe und Gute!
    Ganz herzliche Grüße schickt
    die Oma

  3. Luise Hipp sagt:

    Alles Gute im neuen Jahr wünsche ich Euch!
    Viel Schönes, Überraschungen, Abenteuer, aber vor allem gute Gesundheit!
    Liebe Grüße schickt Euch die Oma!

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